17.02.2012 - Bund
Krings: Respekt vor Wulffs Entscheidung
"Ich zolle der Entscheidung des Bundespräsidenten Respekt. Er hat mit seinem Rücktritt das Amt über die Person gestellt, denn ein Bundespräsident, gegen den eine Staatsanwaltschaft ermittelt, würde sein Amt nur noch schwer ausüben können." Mit diesen Sätzen reagierte Dr. Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Vorsitzender der CDU Mönchengladbach, auf die Entscheidung von Bundespräsident Christian Wulff, sein Amt niederzulegen.
Heute enttäuscht
Krings hatte Wulff am 23. Mai 2010 in der Bundesversammlung aus voller Überzeugung gewählt und sagt, dass der frühere niedersächsische Ministerpräsident auch über weite Strecken seiner nur knapp zweijährigen Amtszeit ein guter Bundespräsident gewesen sei. Aber die Jahre vor der Amtsübernahme ließen sich nicht ausblenden, und es bestehe ja offenkundig der Verdacht, dass sich Wulff angreifbar gemacht habe. "Deshalb bin ich heute enttäuscht", sagt Krings und richtet gleichzeitig den Blick nach vorn: "Ich halte es für richtig, dass Bundeskanzlerin Angelika Merkel nun nach einem Kandidaten sucht, den nicht nur die Regierungsfraktionen, sondern auch SPD und Grüne wählen können. Das kann durchaus auch ein klandidat mit Parteibuch sein."
Verpflichtung
Wichtig ist für Krings, einen Kandidaten zu finden, der nach seiner Wahl in der Amtsübernahme auch die Verpflichtung sieht, dieses Amt auszuüben. Krings: "Einen Rücktritt vom höchsten Amt im Staat haben wir jetzt zweimal in Folge erlebt. Das muss die absolute Ausnahme bleiben. Sonst werden wir Grundsatzdiskussionen über dieses Amt erleben, und das kann für unser bewährtes demokratisches System nicht förderlich sein."