15.02.2012 - Gemeinde/ Stadt
'Ampel' verzögert Hochwasserschutz
(hwr) – Auch fast vier Jahre nach dem Starkregen am 29. Mai 2008, der unter anderem im Bereich der Talstraße in Odenkirchen erhebliche Schäden verursachte und große Mengen Schlamm von den Ackerflächen am Eierberg in die tiefer gelegenen Keller spülte, ist für die Anwohner dort keine Lösung in Sicht. Denn ein Vorschlag der Verwaltung fand im Planungs- und Bauausschuss keine Mehrheit, weil die Fraktionen von SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen die Prüfung alternativer Maßnahmen verlangten.
„Mit der CDU ist immer zu reden, wenn es um die Suche nach der besten Lösung geht, aber sowohl die Beratungsvorlage als auch die Ausführungen der Verwaltung in der Sitzung haben deutlich gemacht, dass alle Alternativen geprüft worden sind“, sagt CDU-Ratsherr Hans Wilhelm Reiners als planungspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Dann müsse nun der Oberbürgermeister, der seinerzeit den Anwohnern der Talstraße Hilfe zugesagt habe, den Anwohner der Talstraße erklären, warum „seine“ Mehrheit nun wieder einmal auf dem Bremspedal stehe.
Theorie und Praxis
Die Idee der Ampel-Fraktionen scheint zu sein, die Ackerflächen am Eierberg von den Landwirten zu erwerben, dort dann die Bewirt-schaftung einzustellen und so Erosionen zu vermeiden. Reiners: „Klingt theoretisch gut, scheint uns aber praktisch nicht umsetzbar. Die Verwaltung hat deutlich gemacht, dass sie diesbezüglich mit der Kreisbauernschaft gesprochen hat und auf Granit gestoßen ist.“
Deshalb gibt es jetzt aus CDU-Sicht nur zwei Möglichkeiten: Entweder man zieht sich auf den Standpunkt zurück, dass die Stadt nicht zum Handeln verpflichtet ist, oder man setzt die von der Verwaltung vorgeschlagene Maßnahme um. „Für uns kommt nur Möglichkeit zwei in Frage“, sagt Reiners, „denn wir wollen die Anwohner der Straße weder sprichwörtlich noch tatsächlich allein im Regen stehen lassen.“